Beginn mit Beikost frühestens nach dem 4. Lebensmonat.
Bei allergiegefährdeten Kindern nicht vor dem vollendeten 6. Lebensmonat mit Beikost beginnen.
Hier noch einige Beikostreifezeichen des Babys:
* es kann aufrecht sitzen - denn erst dann entwickelt es die Fertigkeit, feste Nahrung sicher zu schlucken
(damit ist nicht selbststaendig hinsetzen gemeint, sondern eben gut gestuetzt zb auf dem schoss, aufrecht sitzend, nicht zusammengesackt)
* der Zungenstreckreflex, der festere Nahrung sofort wieder aus dem Mund schiebt, ist weitestgehend verlernt worden
* die Bereitschaft zum Kauen ist vorhanden
* das Baby ist in der Lage selbstständig Nahrung aufzunehmen und steckt sie in den Mund
* das Baby zeigt ein anhaltend gesteigertes Stillbedürfnis, was sich nicht durch einen Wachstumsschub, äußere Einflüsse, Zahnen oder eine Krankheit erklären lässt
(den letzten punkt finde ich ungeeignet, denn wenn ein stillkind sehr hungrig ist, braucht es mehr kalorienreiche mumi und nicht kalorienarmen brei)
Gemüse (grünes Gemüse oder Kartoffeln)
z.B.
- Kartoffeln
- Pastinake
- Broccoli
- Zucchini
- Kohlrabi
- Fenchel
- Kürbis
- Erbsen
- Schwarzwurzel
- Süßkartoffeln
- Karotte (wobei da noch keine Einigkeit besteht ob Karotte nun allergen ist oder nicht, außerdem wirkt Karotte verstopfend)
- Blumenkohl (nicht am Anfang, da er einen starken Eigengeschmack hat)
Zubereitung: Gemüse dünsten oder dämpfen, bis es bissfest ist, dann (am besten mit dem Kochwasser) pürieren. Keine Butter/Milch oder Gewürze zugeben!
Obst
- süßer Apfel
- Banane
- Birne (wirkt abführend)
- Aprikose
- Heidelbeeren (ab 7 Monate)
Obst sollte bis zum 8. Monat gedünstet werden, da es so besser verträglich ist. Zuckerzusatz ist nicht notwendig (Achtung bei Gläschenkost !!). Obstbrei kann als Nachtisch oder als Zwischenmahlzeit gegeben werden. Das Vit. C im Obst verbessert die Eisenresorption.
Ab dem 8. Monat kann fein geriebenes oder zerdrücktes Obst gegeben werden. Rohes Obst enthält sehr viele wichtige Vitalstoffe und ist gekochtem Obst vorzuziehen.
Getreide
Glutenfreie Getreidesorten
nach 6. Monat:
- Reis (ist am wenigsten allergen, hat aber auch die wenigsten Nährstoffe (Eisengehalt bei unpoliertem Reis 2,6 mg))
nach 8. Monat:
- Hirse (sehr hoher Eisengehalt (7-9mg), sollte relativ schnell als Ersatz für Reis eingeführt werden)
- Buchweizen
- Mais (Eisengehalt 3 mg)
Ab dem 9. Monat kann der Hirsebrei (z.B. von Alnatura - milchfrei -- Achtung: es gibt auch einen milchhaltigen Hirsebrei von Alnatura!) mit Hirseflocken ersetzt werden, damit das Baby auch mal was "zum Kauen" hat. Hirseflocken müssen aufgekocht werden.
Vorgehensweise:
1. Woche: Gemüsebrei (Sorten s.o.)
2. Woche: Gemüse-Fettbrei (man kann auch nach 4-5 Tagen schon Fett hinzugeben wenn das Gemüse gut vertragen wird.
3. Woche: Gemüse-Kartoffel-Fettbrei (Gemüse:Kartoffeln im Verhältnis ca. 2:1; ca. 190g insgesamt + 10g Öl (1EL). Menge mindestens 100-150g, wenn weniger angenommen wird, dann anschließend noch stillen/Flasche)
In der ersten Woche nur EINE Gemüsesorte anbieten. In der zweiten Woche weiter dieselbe Gemüsesorte geben + 1 EL Pflanzenöl (auf 160-200 gr. Gemüse/Kartoffel-Brei, bei 80-100 gr. genügt ein Teelöffel). In der dritten Woche weiter dieselbe Gemüsesorte + EL Öl + Kartoffeln. Hierbei reicht es im allgemeinen aber wenn die Zeit bis zur Einführung der Kartoffeln weniger als eine Woche beträgt. Erst danach die Gemüsesorte evtl. wechseln. Die Babys brauche keine Abwechslung im Speiseplan, schließlich war für 6 Monate (oder auch nur 4) immer nur Milch auch in Ordnung. Am Anfang immer nur eine Gemüsesorte geben, da das Allergierisiko (Sensibilisierung) mit der Zahl der unterschiedlichen Nahrungsmittel steigt.
Als "Einstiegsgemüse" bieten sich Pastinake, Zucchini oder Kartoffeln (mit Wasser pürieren oder besser noch durch die Kartoffelpresse drücken da Kartoffeln beim pürieren wie Kleister werden!) an. Wenn mit Kartoffeln begonnen wird, in der dritten Woche dann Gemüse zugeben.
Anfang mit Obst ist auch möglich und bietet sich v.a. für Kinder an, die Beikost lange verweigern. Am besten mit Apfel anfangen (z.B. Elstar). Zubereitung: schälen, entkernen, dünsten, pürieren.
Beginn mit der Mittagsmahlzeit (Gemüsebrei, dann Gemüse-Kartoffel-Fettbrei) oder der Nachmittagsmahlzeit (Getreide-Obst) oder der Vormittagsmahlzeit (Obst)
Ab der 4. Woche kann dann Fleisch hinzugegeben werden. Ausführungen hierzu stehen auch noch weiter unten.
Pflanzenöl
ca. 1 EL
Maiskeim-, Distel-, Sonneblumen- oder Rapsöl
Notwendig für die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen. Ist außerdem gut für die Gehirnentwicklung und die Sättigung.
Keine kaltgepressten Öle im ersten Lebensjahr verwenden - es können dort Schwebestoffe enthalten sein, die evtl. schädlich für Babys sind.
ACHTUNG: Auch Gläschenkost muss Öl zugefügt werden. Meistens ist keins enthalten und wenn dann zu wenig. Auf 100 gr. Gemüse soll in jedem Fall 1 Tl. Öl beigefügt werden.
Fleisch
Die Meinungen wieviel Fleisch pro Woche gegeben werden sollte, gehen weit auseinander. Sie reichen von 3x/Woche, 6x/Woche bis erst ab dem 2. Lebensjahr!
Wegen des hohen Eisengehalts sollte Fleisch 3-4x pro Woche gegeben werden. Am beste mit Hühnchenfleisch oder Pute (ab 8. Monat) beginnen.
Für Selberkocher: Fleisch beim Metzger auf feinster Stufe durchdrehen lassen, am selben Tag (!) verarbeiten + einfrieren (eine Eiswürfelbox bietet sich zum Einfrieren an (ein Würfel = 20g)
Menge: 90g Gemüse, 40g Kartoffeln, 20g Fleisch, 10g Fett
Gesamtmenge: 150-200g, ab dem 8. Monat 200-250g
Fleischfrei
Bei einer gewünschten fleischfreien Ernährung können zum Mittagsbrei Hirseflocken (20 gr) dazu gegeben werden. Hirse enthält pro 100g 7-9mg Eisen, wo sonstige Getreidesorten kaum mithalten können. Es werden dann ca. 10 gr. Hirseflocken mit in den Brei gegeben.
Getreide und Getreideprodukte (mit Gluten - nach 12. Monat)
- Weizen
- Dinkel
- Hafer
- Gerste
- Grünkern
- Vollkornnudeln
- Roggen
Hafer und Weizen rufen am ehesten Allergien hervor
Hirse, Hafer, Reis sind am leichtesten verdaulich, Weizen und Gerste am schwersten
Vollkornflocken enthalten mehr potentielle Allergene, daher sollten sie erst später gegeben werden
Dies hier ist wohl das strittigste Thema:
Milch und Milchprodukte (nach 12. Lebensmonat)- Einführung von Milch als Halbmilch (Hälfte Milch, Hälfte Wasser)
- Vollmilch (3,8% Fett), evtl. Biomilch -- KEINE Rohmilch
- angesäuerte Milchprodukte: Joghurt natur, Buttermilch, Kefir, Quark (Achtung: Sauermilchprodukte sind für Säuglinge im ersten Lebensjahr nicht geeignet, da der hohe Eiweißgehalt die noch unreifen Nieren belastet)
- Käse wie Edamer, Hüttenkäse, Frischkäse
- Sahne verdünnt mit Wasser 1:3
Dazu kann ich nur folgendes Anmerken:
Kuhmilch ist nicht zur Ernährung des Säuglings geeignet, da sie eine Vielzahl von unverträglichen Stoffen enthält, artfremde Eiweißstoffe (z.b. ß-Laktoglobulin) die in der Muttermilch nicht vorkommen. Hautausschläge, Mittelohrentzündungen, ständiger Schnupfen und Verdauungsprobleme können die Folgen sein. Das hochgelobte Kalzium in der Milch kann kaum verwertet werden. Bei pflanzlicher Kost ist die Kalziumverwertung wesentlich höher. Kalzium ist außerdem in Getreide, grünem Gemüse, Mandel- und Sesammus enthalten.
Bei nicht allergiebelasteten Säuglingen gibt es unterschiedliche Meinungen wann und wie viel Kuhmilch eingeführt werden soll. Die meisten Empfehlung – wenn Kuhmilch – lauten dann 200 ml Kuhmilch am Tag.
Der Milchbrei kann natürlich auch mit der entsprechenden Menge Kunstmilch angerührt werden. Ansonsten kann auch einfach Getreide-Obst-Brei (GOB) gegeben werden und anschließend die Flasche oder stillen. Das erfüllt den gleichen Zweck.
Farbiges Gemüse und Früchte (nach 14. Monat)
- roter Paprika (ist Spitzenreiter bei Pestiziden, daher möglichst Bioprodukt anbieten)
- rote Beete
- Rotkohl
- Radieschen
- Tomaten
- alle Beerenfrüchte
- Kirschen
- Pfirsiche
- Wassermelone
Ausnahme: Kürbis ist non-allergen und kann schon früher gegeben werden
Zitrusfrüchte - nach 16. Monat
Achtung: in vielen Obstbreien aus dem Gläschen ist Zitronensaft zugefügt. Der Zitronensaft ist nur deshalb drin, um eine Braunfärbung des pürierten Obstes zu vermeiden und den Brei somit appetitlicher aussehen zu lassen - für die Eltern. Den Babys ist die Farbe des Breis egal. Da die Braunfärbung keine Auswirkung auf den Geschmack oder die Vitamine o.ä. hat, ist der Zitronensaft also ein absolut vermeidbares Risiko.
Ei und Eiprodukte (nach 18. Monat)
Hohes Allergierisiko, deshalb Vorsicht bei Keksen, Eiernudeln, Pfannkuchen, Kuchen etc.
Fisch und Fischprodukte (Ende 2. Lebensjahr)
Höchstes Allergierisiko wg. Fremdeiweiß
Gewürze und Zusätze
- Beikost niemals mit Salz, Pfeffer o.ä. würzen - diese Gewürze sind im ersten Lebensjahr schlicht unnötig und belasten die noch nicht ausgereiften Nieren (da die Babys den Geschmack nicht kennen, vermissen sie ihn auch nicht - klar, dass uns Eltern der Geschmack von ungewürztem Brei viel zu fad ist)
Bei Gläschenkost und Fertigbreien auf die Zutatenliste achten, häufig sind Zucker, Salz, Gewürze und Sahne (Achtung bei Kuhmilchallergie) hinzugefügt
Begriffserklärung Zuckerarten
Saccharose = Rohr- oder Rübenzucker (= Haushaltszucker = Kristallzucker), stark süßende Wirkung -- Gewöhnung!! - Karies
Lactose = Milchzucker (geringste Süßkraft)
Fructose = Fruchtzucker (stärkste Süßkraft, mehr als Saccharose)
Maltose = Malzzucker
Glucose = Traubenzucker (mittlere Süßkraft)
Dicksaft/Sirup = z.B. Apfeldickssaft ist Zucker
Getränke
- Mineralwasser: Calcium- (> 140mg/Liter) und magnesiumreiches, natrium-(<14mg/l)) und kohlensäurearmes Mineralwasser verwenden. Der Wasser- und Elektrolythaushalt von Säuglingen ist sehr empfindlich !
Wasser muss nur im ersten Lebenshalbjahr abgekocht werden.
-Leitungswasser ist auch möglich, wenn die Mineralisierung stimmt (Stadtwerke geben Auskunft)
- Instanttees: enthalten häufig Zucker und Fremdeiweiß -- Karies- und Allergierisiko
- ungesüßte Tees: Anis, Fenchel, Melisse, Hagebutten, Malve. (Kamille, Pfefferminz, Salbei nur bei Krankheit)
- Fruchtsäfte haben eine sättigende Wirkung, enthalten Fructose und Fruchtsäure (Karies bei Dauernuckeln) -- eignen sich als Zwischenmahlzeit oder verdünnt
- keine Rohmilch (Infektionsgefahr durch Bakterien)
Ab Beginn der Beikost sollten auch zusätzliche Getränke angeboten werden. Aber keine Panik, wenn das Kind nichts will, solange noch mindestens 3 Mahlzeiten gestillt/Flasche gegeben wird. Grundsätzlich gilt: solange die Windel nass und der Stuhl weich ist, ist die Flüssigkeitsmenge in Ordnung.
Fertigbreie
Begriffe:
- Milchfertigbreie: enthalten bereits Milch und werden mit abgekochtem Wasser zubereitet - Allergierisiko! Gib es aber auch auf H.A.-Basis
- Frischmilchbreie: werden mit Vollmilch, H.A.-Milch, Sojamilch (SOM), Alfare oder Pregomin zubereitet
- Heilnahrungsbreie: milchzucker- und fettreduziert. Nur bei Durchfall/starkem Erbrechen
Hohes Allergierisiko
Ei
Fisch
Nüssen (damit auch Erdbeeren weil Erdbeeren zur Gattung der Nüsse gehören)
Honig
Kuhmilch (somit auch Joghurt, Quark, Sahne)
Tomaten
Schokolade
Zitrusfrüchte
Beispiel Tagesplan nach dem 6. Monat (Achtung: es ist wirklich NUR ein Beispiel)
7 Uhr - Frühstück: MuMi oder Flaschenmilch (wie gehabt) - Menge: 150-220ml
9:30 Uhr - Zwischenmahlzeit - Obst - 120-150g
12:30 Uhr - Mittagessen - Gemüse-Kartoffel-Öl (2:1 + 1 EL Öl) (4x/Woche) - 190g
ODER - Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Öl (3x/Woche) - 190 g
als NACHTISCH - ein paar Löffel Obst (Vitamin C für die Eisenresorption)
15:30 Uhr - Zwischenmahlzeit - Getreide-Obst-Öl (z.B. Reis, 2-3EL Obst, Öl) OHNE Milch - 150-190g
19:00 Uhr - Abendessen - Getreide-Obst + Stillmahlzeit
ODER Getreide-Milch-Obst - 150-220g
Einführung der Beikost mit der ersten Zwischenmahlzeit, dem Mittagessen oder der zweiten Zwischenmahlzeit. Wichtig: nicht hin- und herspringen, also heute Mittagessen als Brei, morgen statt dessen die Nachmittagsmahlzeit. Am Anfang ist es auch wichtig, die Beikostmahlzeit immer zur selben Zeit zu geben. Nach ca. 4 Wochen kann dann die nächste Mahlzeit ersetzt werden - vorausgesetzt, Eure Kleinen spielen mit...
Einkaufstips Gläschenkost OHNE versteckte/unnötige Zusätze
Apfel: Hipp, Sunval, Bioland (beide Reformhaus), Alete (kein Bioprodukt)
Birne: Sunval, Bioland
Birne+ Apfel: Hipp, Bioland, Alete
Pastinake. Alnatura, Bioland, Sunval
Zucchini + Kartoffel: Hipp
Kohlrabi: Sunval
Blumenkohl + Kartoffel: Hipp, Alnatura, Bioland, Sunval
Brokkoli + Reis: Bioland
Kürbis + Reis: Alnatura, Hipp, Bioland, Sunval
Pastinake + Brokkoli: Alnatura
Fleisch + Reis (ohne Gemüse): Alnatura, Hipp (mit Gewürzen und Zwiebel)
Mais + Kartoffeln + Pute: Hipp, Alnatura
Kürbis + Reis + Huhn: Alnatura, Sunval
Das vielleicht wichtigste: schaut einfach immer auf die Zutatenliste der Gläschen ("Zutaten: xxxx"), da MÜSSEN alle Inhaltsstoffe ausgewiesen sein - und dann selber eine Entscheidung treffen, was Ihr Euren Kleinen geben wollt und was nicht...
Knabbereien für Zwischendurch
ab 7. Monat
- Reiswaffeln (z.B. Neuform)
- Mais Waffelbrot (3Pauly, im Reformhaus, enthält etwas Salz)
Als Zwischenmahlzeit eignen sich auch Obst oder Gemüse, allerdings sollten rohes Obst und Gemüse nicht vor dem 8. Monat gegeben werden
nach 12. Monat
- Milupa Kinder-Getreidekeks (ohne Zucker)
- Dinkelkeks, Haferkeks (3Pauly) (ohne Zucker, ohne Ei)
- Dinkelstangen (Alnatura)
- Bio-Grissini (Bio-Wertkost - Edeka)
- Party-Mix (Alnatura)
- Dinkel-Cräcker (Alnatura)
- Dinkel- Brezeln (Alnatura)
- Leicht & Cross (Vollkorn)
- Dinkel-Zwieback (Alnatura) -- eignet sich auch als Breisubstanz (2 Scheiben zerdrücken, mit Wasser anrühren + Banane)
- Hipp Fruchtpause (als Alternative zu Fruchtzwergen)
- Gummibärchen z.B. Dr. Soldan's Gummitiere oder Haribo (natürliche Farbstoffe)
als Frühstück (nach 12. Monat)
- zuckerfreie Cornflakes
- Alnatura Dinkelpops (wenig Zucker)
- Seitenbacher Saltoos)
- Vollkornbrot mit Käse, Honig, Marmelade
Sooo.....wenn noch Rezepte gewünscht werden kann ich gerne noch welche reinsetzen....die muss ich aber erstmal abtippen dann