Erstmal schick ich dir ne dicke Umarmung

Meinem damals noch Freund ging damals auch der Poppes auf Grundeis! Wir waren gerade mal etwas über ein dreiviertel Jahr zusammen, waren arbeitslos und hatten nicht gerade einen leichten Start.
Er ist jünger als ich, zwar etwas älter als du, aber er hängt ein wenig an seiner Jugend. Er hat damals einige Tage gebraucht, in denen er sich zurückgezogen hat, und sogar einige Wochen um sich richtig freuen zu können. Wir haben damals viel gestritten, einfach weil wir beide Angst hatten, nicht wussten was auf uns zu kommt und ob wir das packen..... Eigentlich hatten wir uns furchtbar lieb, aber plötzlich standen wir gewaltig unter Druck... und da entlud sich so manches Mal so einiges.
Ich kann also voll und ganz verstehen.
Mein erster Rat ist:
1. Rede mit deiner Freundin, wenn du kannst. Wenn du nicht kannst, dann versuche ihr das liebevoll zu vermitteln. Erwarte nicht, dass sie das einfach so verstehen kann. Sie wird sich wünschen, dass ihr euch zusammen freut, und wird evtl aus Enttäuschung und Frust traurig oder gar wütend zu reagieren. Versuch dich ein bisschen in sie hineinzuversetzen. Aber auch deine Gefühle und Bedürfnisse sind ok und sollten berücksichtigt werden.
2. Solltet ihr nicht reden können, oder euch gar streiten, zögert nicht, in eine Beratungsstelle zu gehen (z.B. bei der AWO oder Diakonie), die kosten nichts und können euch evtl helfen, einander zuzuhören und zu verstehen.
3. Trefft in den nächsten Wochen/Monate keine endgülten Entscheidungen über die Zukunft der Beziehung oder den Charakter eures Partners. Ihr befindet euch in einer Ausnahmesituation, die selbst für so manch "reifes" Paar (soll heissen solche die Mitten im Leben stehen und einiges mehr an Lebenserfahrung mitbringen), aus der Bahn werfen könnte.
4. Deine Angst ist erstmal so in Ordnung. Sie bedeutet eigentlich nur, dass du nicht naiv bist, und glaubst, das alles wir "schon einfach werden". Du bist dir bewusst, dass da eine Menge auf dich zukommt, und auf euch als Paar! Nehm sie als "Katalysator", als Kraftquelle. Versuch sie nicht zu negativ zu sehen, sondern erstmal als normale Reaktion. Auch dein "Fluchtreflex" ist erstmal nachvollziehbar, schliesslich hast du vermutlich nicht damit gerechnet, und wenn wir vor etwas Angst haben, wollen wir erstmal flüchten.
5. Mir und auch meinem Freund (jetzt Mann) hat es damals geholfen, andere junge Eltern kennenzulernen, sich zu informieren (Schwangerschaftsberatungsstellen etc), und auch mit den eigenen Eltern darüber zu reden. Sucht euch Unterstützung bei Freunden und Familie! Ihr müsst da nicht allein durch

Zum guten Schluss:
Auch in Kuba würde sich nichts an der Tatsache ändern: Du bist und bleibst Papa

Und das mag dir im Moment noch Angst machen, aber im Grunde ist es ein Geschenk

Und irgendwann wirst du das bestimmt auch so sehen

Gib dir Zeit

Dann wird schon alles gut

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